Wissen
Stau vermeiden: was tatsächlich hilft
Warum die Umfahrung meistens die schlechtere Wahl ist und wann sie sich lohnt.
Die erste Regung im Stau ist, ihn zu verlassen. In den meisten Fällen ist das die falsche Entscheidung, und der Grund dafür ist Arithmetik.
Die Rechnung
Eine Autobahn transportiert bei freier Fahrt etwa 2.000 Fahrzeuge je Stunde und Spur. Eine Bundesstraße mit Ortsdurchfahrten, Ampeln und Gegenverkehr schafft ein Bruchteil davon. Wenn ein nennenswerter Teil des Verkehrs von der Autobahn auf die parallele Bundesstraße wechselt, ist diese binnen weniger Minuten überlastet – und anders als die Autobahn hat sie keine Reserve.
Als Faustregel gilt: Eine Umfahrung lohnt sich, wenn der angegebene Zeitverlust größer ist als der Umweg in Fahrzeit plus etwa zehn Minuten Sicherheitsaufschlag. Bei einem Zeitverlust von 20 Minuten und einem Umweg von 15 Minuten Fahrzeit bleibt nichts übrig.
Was wirklich wirkt
- Die Abfahrtszeit verschieben. Eine halbe Stunde später loszufahren ist auf den meisten Pendlerstrecken wirksamer als jede Umfahrung. Das Wochentagsprofil auf den Streckenseiten dieser Website zeigt, welche Stunden auf einer bestimmten Strecke die schlechtesten sind.
- Baustellen einplanen. Baustellen sind angekündigt und stehen wochenlang. Genau deshalb zählen sie auf dieser Website nicht als Störung: Sie sind kein Ereignis, das vorbeigeht, sondern der Zustand der Strecke für die nächsten Wochen. Wer sie vor der Abfahrt kennt, rechnet sie in die Fahrzeit ein, statt sie unterwegs zu umfahren.
- Bei Vollsperrung ausweichen. Hier gilt die Rechnung nicht: Ein gesperrter Abschnitt hat keinen Durchsatz, und jede Alternative ist besser als warten.
Im Stau
Die Rettungsgasse wird zwischen der äußersten linken Spur und der daneben gebildet, unabhängig von der Zahl der Spuren, und zwar sobald der Verkehr stockt – nicht erst, wenn ein Einsatzfahrzeug zu hören ist.